Impfen: Ein kleiner Stich kann Leben retten

Neben verbesserten Hygienemaßnahmen haben vor allem Impfungen dazu geführt, dass die Gefahr durch Infektionskrankheiten deutlich verringert wurde. Ihnen ist zu verdanken, dass die Pocken 1998 weltweit ausgerottet werden konnten. Was sollte man über diese effektive Vorsorgemaßnahme wissen?

Alle Impfstoffe wirken nach dem gleichen Prinzip. Sie enthalten Krankheitserreger in abgeschwächter Form. War der Körper schon einmal mit diesen in Berührung, ist er ihnen im Ernstfall nicht mehr ausgeliefert. Sein Immunsystem wird allein mit den unerwünschten Eindringlingen fertig. Er ist immun. Abgeschwächte Krankheitserreger schaden dem Körper nicht, bringen aber das Immunsystem auf Vordermann.


Vor dem Urlaub: Impfstatus prüfen!

Man unterscheidet Standard-, Indikations- und Auffrischungsimpfungen. Zu den Standardimpfungen zählen zum Beispiel die Immunisierung gegen Tetanus, Diphtherie und Masern. Sie sind für die Gesamtbevölkerung empfohlen. Indikationsimpfungen sind nur für bestimmte Bevölkerungsgruppen sinnvoll. Dazu gehören die Tollwutimpfung und alle Reiseimpfungen. Vor einem Auslandurlaub ist es unbedingt erforderlich, sich über die nötigen Impfschutz aufklären zu lassen. Sonst kann aus dem Traumurlaub ein Alptraum mit dramatischen Folgen werden. Bei Auffrischungsimpfungen sind, wie der Name schon sagt, Auffrischungen nötig, um ein Leben lang vor der entsprechenden Krankheit geschützt zu sein. So ist es wichtig, dass sich auch Erwachsene alle zehn Jahre gegen Diphtherie und Tollwut immunisieren lassen. Für den lebenslangen Schutz gegen Masern sind zwei Impfungen nötig. Wer sich unsicher ist, ob er ausreichend geimpft ist, sollte einen Arzt um Rat fragen. Hilfreich ist es, dabei seinen Impfpass vorzulegen.


Komplikationen nach dem Impfen sind selten  

Die Gefahren des Impfens sind minimal. In Deutschland wurden für die Jahre 2004 und 2005 3 Verdachtsfälle auf 100 000 Impfungen registriert. Eine Impfkomplikation sind beispielsweise die sogenannten Impfmasern, die in Form von Fieber und leichtem Hautausschlag auftreten können. Dagegen stirbt eins von 10 000 Kindern in den industrialisierten Ländern infolge einer Masernerkrankung. Die Zahlen zeigen: Ängste vor dem kleinen Stich sind unbegründet.

Trotzdem sind auch in Deutschland noch nicht alle Kinder und Erwachsene ausreichend geimpft. So haben 2006 nur 83% der Vorschulkinder die nötigen zwei Dosen des Masernimpfstoffes erhalten. Ein ausreichender Impfschutz ist für jeden einzelnen - aber auch für die Gesamtbevölkerung wichtig. Nur so können Epidemien verhindert oder Infektionskrankheiten sogar ganz vom Erdball verschwinden. 2010 ist die weltweite Ausrottung der Masern geplant. Aber für dieses Ziel ist der Durchimpfungsgrad in Deutschland immer noch zu niedrig.

Quelle: www.mgda.de